gemeinsam stark

Transparent und glaubwürdig

13. November 2014

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Foto: LVN

LVN Das Umfeld trübt sich etwas ein, die Stimmung bei der Landesvereinigung der Milchwirtschaft jedoch ist gut. Sie leistet überzeugende Arbeit und rückt die Branche in ein gutes Licht.

An der Preisfront dagegen läuft es zurzeit weniger gut. LVN-Vorsitzender Jan Heusmann sprach von einem „soft landing, dass so ganz anders abläuft, als es sich die Micherzeuger erwartet hatten. Die Landebahn hat Löcher, und aus dem Tower kommen widersprüchliche Aussagen“, fasst er die Enttäuschung darüber zusammen, dass die Politik den Ausstieg aus der Quote nicht weiter begleitet. Große Unruhe mache sich zudem über die Vorschläge zur Änderung des Landesraumordnungsprogrammes breit. „Eine solch aufgewühlte Stimmung habe ich noch nicht erlebt“, sagt Heusmann.

Heinz Korte wünscht sich statt der dort diskutierten Pläne zur Moorentwicklung ein Schutzprogramm für Moorbauern und bekommt dafür lauten Beifall. Mit Blick auf die derzeitige Schwächephase am Markt prognostiziert der Landvolkvizepräsident, dass 2014  noch ein gutes Jahr wird. LVN-Geschäftsführer Dr. Werner Rüther schätzt den Jahresdurchschnittspreis auf knapp 37 ct/kg aus. Er wird damit fast exakt das Vorjahresniveau erreichen, das Wirtschaftsjahr dagegen wird schwächer abschließen.

Molkereien holen auf
Korte erinnert daran, dass auch zu Quotenzeiten die Märkte schon volatil gewesen seien. Er sieht im Export eine Chance und macht den norddeutschen Molkereien für ihre deutliche Aufholarbeit gegenüber anderen Regionen ein Kompliment. Der von ihnen eingeschlagene Weg und die Strategie seien richtig.
Dagegen sieht Dr. Cord Stoyke, der für das Landwirtschaftsministerium ein Grußwort überbringt, die „Exportabhängigkeit“ von Molkereien als problematisch an und macht sich für eine regionale Vermarktung stark, „sie muss nicht an der Grenze der Landkreise aufhören“. Das „wunderbare Jahr“ 2013 habe Anreize für Produktionsausweitungen gegeben und zu einer Rekordüberlieferung geführt. „Feind der guten Preise sind die guten Preise selbst“, sagt er.

Ein dickes Lob gibt es für die LVN von allen Seiten für ihre hervorragende Öffentlichkeitsarbeit. „Sie haben mit schmalem Budget viel bewegt“, erkennt Korte an. Für Furore weit über das Bundesland hinaus sorgt die Videoplattform My KuhTube, führt dazu Geschäftsführerin Kristine Kindler aus. Mehr als 14 Mio. Kontakte hat sie bewirkt und selbst in Korea die niedersächsische Milchwirtschaft positiv in Szene gesetzt. Das Portal werde jetzt zu Themenblöcken umgebaut, die beispielsweise über Kuhkomfort, Milch und Milchprodukte oder den Beruf des Milchbauern informieren.

Neue Projekte
Im kommenden Jahr sollen mit der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen innovative Online- und Musikprojekte verfolgt werden, zudem ist gemeinsam eine neue Kommunikationsplattform geplant. Mit ihrer Nachhaltigkeitsstudie hat die LVN bundesweit neue Wege beschritten, sie wird auf der Eurotier und der Grünen Woche in Berlin einem breiten Publikum vorgestellt. Dort wird die LVN in der Sonderschau des BMELV mit dabei sein. „Unser Ziel ist es, transparent aufzutreten und glaubwürdig zu informieren“, nennt Kristine Kindler als Ziel.

„Echte“ Licktblicke
Und damit hat die LVN nach Überzeugung von Armin Huttenlocher Meilensteine gesetzt. Der Kommunikationsexperte lobt die gelungenen Einblicke bei My KuhTube als „echte Lichtblicke“. Huttenlocher nennt die Zahl von 97 neuen Bürgerinitiativen, die sich 2013 in Brandenburg gegründet hätten, davon richteten sich 93 gegen Landwirtschaft. In diesem Kontext vermisst er überregionale Schlagzeilen der Politik, die sich pro Landwirtschaft aussprechen.
Der Landwirtschaft empfiehlt er, alle Schwachstellen ehrlich zu analysieren, klare Positionen mit Argumenten zu unterlegen und dann: „Raus aus der Defensive!“. Er ruft die Landwirte dazu, das Gespräch mit Menschen in ihrem Umfeld zu suchen. Netzwerkartig müsse die Landwirtschaft ihre Kommunikation verstärken, dazu seien keine teuren Kampagnen notwendig, die Information nicht allein über digitale Kanäle laufen. Huttenlocher dämpft den Glauben an schnelle Erfolge und warnt: „Die Eskalation zu Landwirtschaft hat ihren Scheitelpunkt noch nicht erreicht“. Die Menschen fingen erst an, kritische Äußerungen zu Landwirtschaft zu verstehen, politische Kräfte setzten dort den Hebel an. Der Kommunikationsberater sieht die Landwirtschaft daher noch unter massivem Druck. Ihn abzubauen sei Aufgabe jedes einzelnen Landwirts: „Argumente haben sie alle in der Hand“.
Br

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