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"Regional" und "Global" sind zwei Megatrends

30. Oktober 2014

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Agrarforschung Der deutsche Agrarsektor muss sich auf weiter steigende gesellschaftliche Ansprüche, aber auch auf einen zunehmenden globalen Wettbewerb einstellen. Den Agrarwissenschaften komme dabei eine Schlüsselrolle zu. Das ist bei der Jahrestagung des Dachverbandes Agrarforschung vergangene Woche in Berlin deutlich geworden.

Als zwei gegenläufige Megatrends in der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft identifizieren Wissenschaftler einerseits die Globalisierung und auf der anderen Seite eine Regionalisierung. Nach Einschätzung von Prof. Michael Schmitz von der Universität Gießen bietet der zunehmende Handel an den weltweiten Agrarmärkten unter dem Strich mehr Chancen als Risiken für alle Beteiligten. Der Gießener Agrarökonom warb für den weiteren Abbau von Handelshemmnissen und riet dazu, die Ursachen von Armut, Hunger und Umweltzerstörung statt mit einer weiteren Reglementierung des Agrarhandels mit einer zielgerichteten Sozial- und Umweltpolitik zu bekämpfen. Für Prof. Roland Herrmann, ebenfalls von der Universität Gießen, stellt auch die Regionalisierung von Erzeugung und Verbrauch einen Megatrend auf den Agrarmärkten dar. Er geht davon aus, dass Regionalität für Verbraucher und Handel in Zukunft noch wichtiger werden, warnt allerdings die Politik davor, diese Entwicklung mit zu viel staatlicher Beteiligung abzuwürgen.

Den Trend zur Regionalität unterstreicht auch eine Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Die Befragung von 1.000 Verbrauchern in drei Ländern hat im Juni dieses Jahres ergeben: Die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist ungebrochen hoch und nimmt weiter zu. Demnach ist der Anteil der Verbraucher, die wöchentlich regionale Lebensmittel kaufen, gegenüber dem Vorjahr um 35 % gestiegen. Der Anteil der Verbraucher, bei denen regionale Lebensmittel mindestens 20 % am Warenkorb ausmachten, habe in einem Jahr um 10 % zugelegt.
AgE

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