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DBV: "Feldzug" gegen den Mais fehl am Platze

22. Oktober 2014

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Foto: Gerstenkorn

Vogelschutz Für Unmut beim Deutschen Bauernverband (DBV) haben Aussagen der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Beate Jessel, zum Bericht „Vögel in Deutschland 2013“ ihres Hauses gesorgt. Laut Studie ist bei jeder dritten in Deutschland brütenden Vogelart ein Rückgang des Bestandes zu verzeichnen. Die BfN-Präsidentin bezeichnete einem Interview mit der Deutschen Presseagentur (dpa) unter anderem „Mais-Einöden“ als große Gefahr für Brutvögel. Sie seien „wie eine ökologische Wüste“. Bis ins Frühjahr hinein passiere auf den Äckern nichts, und Vögel würden zum Brüten angelockt. Sobald der erste Mais hochkomme, würden die Unkräuter weggespritzt, und dem fielen dann auch die Nester zum Opfer. Zudem litten bodenbrütende Vogelarten unter dem Rückgang des Grünlandes. Der Bauernverband verwies darauf, dass der Rückgang des Brutvogelbestandes viele Ursachen habe, die einseitige Schuldzuweisungen gegenüber der Landwirtschaft nicht zuließen. Wesentliche Einflussfaktoren würden völlig ignoriert. So wurden laut DBV seit 1990 fast 900.000 ha landwirtschaftliche Flächen versiegelt oder aufgeforstet, so dass sie als Lebensraum für Vögel der Agrarlandschaft verlorengingen. Der Verlust an Flächen entspricht dem DBV zufolge in etwa der Zunahme des Maisanbaus im gleichen Zeitraum. Mais nehme bundesweit einen Anteil von weniger als 15 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche ein. Ein „Feldzug des BfN gegen den Maisanbau“ gänzlich fehl am Platze. Darüber hinaus monierte der DBV, dass es von Seiten des BfN keine Lösungsvorschläge gebe, die gemeinsam mit den Landwirten umgesetzt werden könnten und die die zunehmende Flächenkonkurrenz sowie den Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen berücksichtigten. AgE/red (LuF 43/2014)

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