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Hogan schreibt sich Marktorientierung auf die Fahne

09. Oktober 2014

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Anhörung Der designierte EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat sich für eine markt- und exportorientierte europäische Landwirtschaft ausgesprochen. „Ich sehe die Abschaffung von Produktionsbeschränkungen als Chance“, erklärte der Ire vorige Woche bei seiner Anhörung vor dem Europaparlament.

Für die Zukunft setzt Hogan auf Stabilität, Vorhersehbarkeit und praktische Lösungen. Er kündigte an, umgehend Möglichkeiten zur Straffung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu prüfen, stellte aber fest: „Vereinfachung ist nicht einfach.“ Umweltbelange müssten auch künftig einen zentralen Platz einnehmen. „Ohne gute Wasser- und Bodenqualität, ohne ökologische Nachhaltigkeit können wir keine aktive Landwirtschaft betreiben“, so der Kandidat. Über die praktische Umsetzung des Greenings werde man diskutieren, wenn Daten aus den Mitgliedstaaten vorlägen. Hogan hält dafür einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren für nötig.

Bedenken zur Zukunft des Milchsektors hält Hogan grundsätzlich für gerechtfertigt. Er zeigte sich aber als Befürworter des Auslaufens der Garantiemengenregelung. Er warb dafür, den Wegfall der Quoten - und das Ende der Zuckerquoten 2017 - als günstige Gelegenheit zur Erschließung neuer Märkte aufzufassen. Die Abgeordneten des Agrarausschusses sprachen dem ehemaligen irischen Umweltminister in einer geheimen Abstimmung mehrheitlich das Vertrauen aus. Sein Amtsantritt gilt damit als sicher. Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberale äußerten sich im Anschluss positiv über Hogans Auftritt. Er habe hohes Fachwissen unter Beweis gestellt und ließ eigene Ideen und Strategien erkennen, hieß es über ihn.

Ob Hogan zum 1. November oder erst später sein Büro in Brüssel bezieht, hängt davon ab, ob das Parlament noch vor Ende Oktober dem Kollegium insgesamt zustimmet.
AgE/red

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