Polen stockt am meisten auf
Betriebsprämie Um die relativ bescheidenen Zuwendungen, die die Landwirte in den EU-Beitrittstaaten aus Brüssel erhalten, aus dem eigenen Haushalt aufzustocken, greift Polen am tiefsten in die Tasche. Die Europäische Kommission gab jetzt grünes Licht für die nationalen Beihilfen in zahlreichen Beitrittstaaten. Als entkoppelte Flächenprämie für das Jahr 2008 wurden den polnischen Landwirten 79,29 € pro Hektar bewilligt; das sind 1,13 € mehr als im Vorjahr. Als entkoppelte Tierprämie können - umgelegt auf den Hektar - 111,74 € fällig werden. Die maximal von Warschau auszuzahlenden Beträge für Flächen- und Tierprämie summieren sich auf mehr als 1 Mrd. Euro. Deutlich sparsamer ist man in Prag. Für Tschechien bewilligte die Kommission auf Antrag der nationalen Regierung einen Direktzahlungssatz von 55,55 €/ha. Die Mutterkuhprämie beträgt in Tschechien 2008 voraussichtlich 200 Euro. Zuzüglich weiterer kleinerer Beihilfen beläuft sich die Kofinanzierung in Tschechien damit auf einen Betrag von knapp 300 Mio. Euro. Etwas niedriger liegen die nationalen Zuschüsse zu den Agrarbeihilfen aus Brüssel in Lettland, und zwar bei 39,38 € pro Hektar für Ackerland sowie bei 166,22 € je Mutterkuh. Darüber hinaus erhalten die Balten eine gekoppelte Schlachtprämie in Höhe von 32 € pro Rind und eine Mutterschafprämie von 14 € pro Kopf. Ferner nutzen zahlreiche Beitrittstaaten weitere nationale Beihilfen, beispielsweise für Stärkekartoffeln und Hopfen, zur Aufstockung der EU-Zahlungen. Für 2008 kommen die 2004 der Europäischen Union beigetretenen Länder wie Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei beim Geld aus Brüssel auf 50 % des in den „alten“ EU-Mitgliedstaaten fällig werdenden Direktzahlungsniveaus. In den nächsten Jahren steigt diese Quote schrittweise weiter an. Dies war in den Beitrittsverträgen festgelegt worden. AgE
Mittwoch, 20. August 2008
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