Vom Praktikanten zum festen Mitarbeiter



L P D - Für Landwirte aus Deutschland, denen Nachwuchs- und Fachkräfte fehlen, hat die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit das Projekt „Praktikum in Deutschland für Landwirtschaftsfachschüler“ gestartet. Mit diesem Pilotprojekt sollen ausländische Nachwuchskräfte aus dem Bereich der Landwirtschaft in Praktikantenstellen in Deutschland vermittelt werden, berichtet der Landvolk-Pressedienst. Nach dem Abschluss der Ausbildung in der Agrarwirtschaft können die Praktikanten als Gastarbeitnehmer für die Dauer von insgesamt 18 Monaten (gilt für alle EU-Beitrittsstaaten) in einem landwirtschaftlichen Betrieb ein Praktikum aufnehmen. Nach einer zwölfmonatigen ununterbrochenen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Deutschland, erhalten Arbeitnehmer aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten die „dauernde Arbeitsgenehmigung-EU“ und können dann dauerhaft in Deutschland arbeiten.

An dem „Schnupperpraktikum“, das einige Wochen bis maximal drei Monate dauert, können nur Schüler aus landwirtschaftlichen Schulen teilnehmen, die mindestens 18 Jahre alt sind. Dabei sollen die Praktikanten in allen Arbeitsbereichen des Betriebes eingesetzt werden und nach Möglichkeit auch in der vor- und nachgelagerten Produktion mitarbeiten. Zudem ist der Betrieb verpflichtet, dem Praktikanten eine Vergütung von monatlich 600 € netto zu zahlen, für die Dauer des Praktikums eine Unterkunft und Verpflegung unentgeltlich zur Verfügung zu stellen und die Kosten für die An- und Abreise zu erstatten. Die Praktikanten werden grundsätzlich nicht einzeln vermittelt, sondern reisen in Gruppen aus ihrem Heimatland an. Denkbar ist es daher, dass Landwirte in einem Dorf bzw. in einer Region zusammen eine solche Gruppe aufnehmen. Jede Gruppe wird von einem Betreuer begleitet, der ebenfalls im Betrieb mitarbeiten soll.

Das Projekt hat mit der Vermittlung von Fachschülern aus Polen begonnen. Am 1. August sind bereits zwei Gruppen mit sieben und 23 Schülern aus Polen mit ihren beiden Betreuern angereist, die bis zum 29. August 2008 bleiben. Die Betreuer, Lehrer der Schulen, sprechen deutsch, die Schüler verfügen ebenfalls über Grundkenntnisse der deutschen Sprache. Interessierte Betriebe, die ebenfalls Praktikanten beschäftigen wollen, können sich direkt mit der ZAV in Verbindung setzen. Die Anschrift lautet: Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV), Team 322-Arbeitsmarktzulassung, Postfach, 53107 Bonn, Tel.: 0228-713-1085 oder -1326, E-Mail: ZAV-Bonn.Gastarbeitnehmer@Arbeitsagentur.de. (LPD 32/2008)




Donnerstag, 14. August 2008

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