Nach der Ernte ist für Landwirte auch vor der Ernte
L P D-KINDERNACHRICHTEN Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – das gilt nicht nur bei Fußball, sondern auch bei der Ernte. Denn unmittelbar nach dem Mähen des Getreides in diesem Sommer müssen die Landwirte die Voraussetzung für eine gute Ernte im kommenden Jahr schaffen. Ein wichtiger Arbeitsschritt dafür ist die Stoppelbearbeitung, erklärt Philipp Hattendorf (15) aus Immensen bei Burgdorf (Region Hannover). Beim Drusch des Getreides lassen die Mähdrescher die Reste der Getreidehalme, die Stoppeln, auf den Äckern stehen. Außerdem fallen immer wieder Getreidekörner aus dem Schüttler des Mähdreschers und bleiben auf dem Acker liegen. „Wenn dieses Getreide später keimt, stört es bei der nächsten Ernte genauso wie Unkraut“, sagt Philipp. Daher führen die Landwirte direkt nach der Ernte eine Stoppelbearbeitung durch. Dabei fahren sie mit einem Grubber oder einer Scheibenegge über den Acker und arbeiten die Strohstoppeln in den Boden ein. Da das Stroh noch viele Nährstoffe enthält, wird der Acker bei der Zersetzung der Stoppeln im Boden gedüngt. Gleichzeit bringen die Landwirte die Getreidekörner, die beim Mähen aus dem Drescher gefallen sind, und die im Boden vorhandenen Unkrautsamen durch die Lockerung des Bodens leichter zum Keimen. Das Getreide und die Unkräuter „laufen auf“, wie die Landwirte sagen. Sie werden dann später beim Pflügen in den Boden eingearbeitet, damit für die Nachfrucht ein sauberes Saatbett zur Verfügung steht.
Die Stoppelbearbeitung verbessert jedoch auch den Luft- und Wasserhaushalt des Bodens, weiß Philipp. Bevor die Landwirte die Äcker neu einsähen, bringen sie häufig auch noch Gülle als Dünger aus und arbeiten diese ein, damit sie den neuen Pflanzen beim Wachstum als Nahrung zur Verfügung steht. Wie viele andere Landwirte sähen die Hattendorfs nach der Stoppelbearbeitung zunächst eine sogenannte Zwischenfrucht, wie etwa Senf oder Ölrettich aus. Landwirte die Vieh halten, bauen beispielsweise auch Futterpflanzen für ihre Tiere an, bevor sie im Herbst wieder Getreide oder Zuckerrüben auf die Felder bringen.
Donnerstag, 14. August 2008
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