Vom Abfall zum gefragten Wirtschaftsgut



Düngerbörse  Tierische Hinterlassenschaften waren in der Vergangenheit gerade für veredelungsstarke Betriebe eher eine Last als ein geschätztes Wirtschaftsgut. Knappe eigene Fläche für die Gülleausbringung wurde zum Hemmschuh für das Wachstum in der Tierhaltung, für den überregionalen Transport standen – außer beim Hühnertrockenkot – Kosten und Nutzen in keinem passenden Verhältnis. Doch mit dem rasanten weltweiten Anstieg der Rohstoffpreise, der auch die Mineraldüngerpreise explodieren ließ, hat sich das Blatt gewendet: Mist und Gülle wurden vom lästigen Abfall zum wertvollen Naturdünger. Moderne Präzisionstechnik trägt mit dazu bei, das Nährstoffpotenzial dieses Düngers gezielt zu nutzen, statt ihn mehr oder weniger zu entsorgen. Er muss nur auf die richtigen Flächen kommen.

Genau hier setzt das neue Dienstleistungsangebot des Landvolks Niedersachsen an, das mit der Düngerbörse über das ohnehin vorhandene EDV-Netzwerk des Verbandes die passenden Partner für den überbetrieblichen Austausch zusammen bringen will. Umweltprobleme in den abgebenden Betrieben durch überschüssigen Wirtschaftsdünger werden so entschärft, und die Abnehmer können einen Teil des Kostendrucks durch steigende Mineraldüngerpreise auffangen. Unkompliziert und kostengünstig soll das Ganze laufen. Dabei gilt als Richtschnur „Zusammenarbeit statt Konkurrenz“. Keinesfalls sollen Gegenpositionen zu Maschinenringen oder Güllebörsen aufgebaut werden. Und wer mehr Beratung braucht, kann durch die enge Kooperation in den grünen Zentren auf das Wissen von Fachleuten
zurückgreifen.

Zwar sieht der Verband es nach wie vor als seine wichtigste Aufgabe an, die Interessen der Bauern auf dem politischen Parkett zu vertreten. Doch längst bestimmt die Dienstleistung den Alltag in den Kreisgeschäftsstellen. Die Steuerberatung ist seit vielen Jahren ein Selbstläufer geworden, aber auch viele andere Handlungsfelder hat der Verband zum Nutzen seiner Mitglieder erschlossen. Die Düngerbörse reiht sich da nahtlos als jüngstes Beispiel ein. Ein moderner, lebendiger Verband muss rechtzeitig die Herausforderungen der Zeit und die Bedürfnisse seiner Mitglieder erkennen und Lösungen anbieten. Dass mit der Börse so schnell auf den Umschwung am Düngermarkt reagiert wurde, ist ein weiterer Beleg dafür, dass das Landvolk ein solcher lebendiger Verband ist, der die brennenden Fragen anpackt.
Klaus Labahn








Mittwoch, 13. August 2008

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