Landwirtschaftsfachwerker bestehen Abschlussprüfung



L P D - Behinderten Menschen die Chance auf eine anerkannte Ausbildung zu bieten, ist Ziel der so genannten Helfer- und Werker-Berufe. Wie der Landvolk-Pressedienst berichtet, hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Sommer 2005 auch die Ausbildung zum „Landwirtschaftsfachwerker“, und zwar zunächst in Form eines Modellversuchs im Raum Ostfriesland, angeboten. Für die Auszubildenden dieses Projektes fanden nun die Abschlussprüfungen statt. Neun junge Menschen nahmen das Zeugnis über die erfolgreiche Prüfung entgegen. Die meisten von ihnen werden unmittelbar nach ihrem Berufsabschluss ihren Arbeitsplatz in der Landwirtschaft bzw. im nahegelegenen Bereich antreten. Im Rahmen der Abschlussprüfungen verrichteten die jungen Menschen unterschiedliche Aufgaben aus ihrem alltäglichen Arbeitsfeld. Dabei konnten die Prüflinge zeigen, was sie im Verlauf der dreijährigen Ausbildung gelernt hatten. Und das war beachtlich, vor allem weil alle Auszubildenden nicht aus der Landwirtschaft stammten.

Ziel der Ausbildung war es, die jungen Leute zu einer beruflichen Tätigkeit im landwirtschaftlichen Bereich zu befähigen, die selbstständiges Arbeiten unter Anleitung einschließt. Der Modellversuch startete mit insgesamt 14 Auszubildenden mit nachgewiesenen Lern- oder sonstigen Behinderungen. Die Ausbildung fand jedoch nicht, wie es in den Werker- und Helferausbildungen im Bereich Gartenbau bzw. Hauswirtschaft häufig der Fall ist, in außerbetrieblichen Bildungseinrichtungen, sondern bewusst ausschließlich in anerkannten Ausbildungsbetrieben der Landwirtschaft statt, insbesondere um die soziale Anbindung der Jugendlichen zu stärken. Der Schwerpunkt der Ausbildung lag angesichts der Lernschwierigkeiten der Jugendlichen im Wesentlichen auf einer Stärkung der praktischen Fertigkeiten und Fähigkeiten. Am Projekt beteiligt waren neben den Ausbildungsbetrieben die Kreisvolkshochschule Norden, die Berufsbildende Schule Norden, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie die Agentur für Arbeit Emden.

Nach dem weitgehend erfolgreich verlaufenen „Probedurchgang“ hat der Berufsbildungsausschuss der Landwirtschaftskammer Niedersachsen beschlossen, die Werkerausbildung für den Bereich Landwirtschaft flächendeckend weiterzuführen. An der Ausbildung zum „Werker in der Landwirtschaft“, wie der Beruf künftig heißen wird, kann teilnehmen, wer eine Behinderung aufweist und dies über eine fachgutachterliche Stellungnahme der Bundesagentur für Arbeit belegen kann. Die Ausbildung kann entweder in anerkannten Ausbildungsbetrieben oder aber in außerbetrieblichen Ausbildungsstätten in Verbindung mit vorgeschriebenen Betriebspraktika stattfinden. Nähere Informationen zur Werkerausbildung in der Landwirtschaft gibt Richard Didam von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Tel. 0441/801-317). (LPD  30/2008)




Donnerstag, 31. Juli 2008

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