Biomarkt weiter auf Wachstumskurs
L P D - Der Biomarkt boomt weiter – und zwar ganz ohne jede Anweisung. Die nach den Richtlinien der EU-Ökoverordnung bestellte Anbaufläche wurde in Deutschland um 4,8 Prozent ausgedehnt, die Zahl der biologisch wirtschaftenden Höfe stieg um 6,6 Prozent. 18.703 landwirtschaftliche Betriebe ackerten im vergangenen Jahr auf einer Fläche von 865.336 Hektar. Das war gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs 1.146 Betriebe und 39.797 Hektar. Diese Zahlen zitiert der Landvolk-Pressedienst aus einer Statistik der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Im Vergleich dazu wirtschaften bundesweit insgesamt 370.800 landwirtschaftliche Betriebe auf einer Fläche von knapp 17 Mio. ha. Damit hat sowohl die Zahl der Biohöfe als auch der von ihnen bewirtschafteten Fläche einen Anteil von fünf Prozent an der gesamten Landwirtschaft in Deutschland.
Der Lebensmittelmarkt machte 2007 mit Bioprodukten einen Umsatz von 5,45 Mrd. Euro, das entsprach einem Zuwachs von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Deutschland gilt als einer der wichtigsten Biomärkte in Europa, nur die skandinavischen Länder Schweden und Dänemark punkten mit höheren Zuwachsraten. Den Löwenanteil des Wachstums verbucht der traditionelle Lebensmitteleinzelhandel für sich, in Deutschland spielen aber auch weiterhin Naturfachgeschäfte eine wichtige Rolle im Biosegment.
Unter den Bundesländern rangiert der Bioanbau in Bayern nach absoluten Zahlen mit 152.611 ha gut oben. Es folgen die neuen Bundesländer Brandenburg mit 134.012 und Mecklenburg-Vorpommern mit 122.051 ha. Niedersachsen folgt im Mittelfeld mit 69.418 ha. Allerdings hat sich die Zahl der biologisch wirtschaftenden Höfe hier von 576 im Jahr 1999 auf 1.242 im Jahr 2007 mehr als verdoppelt. Mit den Unternehmen der Verarbeitungsbranche meldete Niedersachsen 2.036 Unternehmen für die Statistik zum Biolandbau, 228 mehr als im Vorjahr. Häufiger möchten Biobauern die steigende Nachfrage noch stärker für sich nutzen und nehmen die Verarbeitung ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse selbst in die Hand. Sie sichern sich damit einen größeren Anteil an der Wertschöpfungskette. (LPD 30/2008)
Donnerstag, 31. Juli 2008
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