Deutsche Geflügelerzeugung weiter ausgedehnt
Die deutsche Geflügelerzeugung ist weiter ausgedehnt worden. Wurden 2003 noch 1,077 Mio. Tonnen (t) Geflügelfleisch in der Bundesrepublik produziert, waren es 2007 bereits 1,268 Mio. t. Besonders der Hähnchenmarkt befindet sich auf ungebrochenem Rekordkurs. Nachdem die heimische Nettoerzeugung an Hähnchenfleisch im Jahr 2007 um fast 14 Prozent auf 657 000 Tonnen (t) zugenommen hat, ist sie in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres gegenüber der Menge des vergleichbaren Vorjahreszeitraums um weitere zwölf Prozent gesteigert worden, zitiert der Landvolk-Pressedienst die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP). Diese Zahlen spiegeln die Ausweitung der inländischen Schlachtkapazitäten sowie die Zunahme der Mastplätze in Deutschland wider.
Die Ergebnisse des Haushaltspanels der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bestätigen diesen Trend: Danach kauften die privaten Haushalte in Deutschland 2007 insgesamt gut zehn Prozent mehr Hähnchenfleisch als im Jahr zuvor. Die Einkäufe von frischem Hähnchenfleisch stiegen dabei besonders stark, und zwar um 25,5 Prozent. In den ersten fünf Monaten von 2008 übertrafen die Haushaltskäufe von Hähnchenfleisch die Menge von Januar bis Mai 2007 insgesamt um sieben Prozent. Insgesamt wuchs der Inlandsverbrauch an Hähnchenfleisch um neun Prozent auf 810 000 t, was einem mittleren Pro-Kopf-Konsum von 9,9 kg entsprach.
Im Unterschied zur Hähnchenfleischproduktion erhöhte sich die Inlandsnettoerzeugung von Putenfleisch nicht. Vielmehr verringerte sich diese 2007 gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent auf 380 000 t. Der Verbrauch wuchs dagegen um knapp 4 Prozent auf 503 000 t; gedeckt wurde die zusätzliche Nachfrage durch Importe, die sich um 10 Prozent auf 249 000 t erhöhten. Der mittlere Pro-Kopf-Verzehr stieg 2007 um 200 g auf 6,1 kg. Der Rekord datiert aus 2004 mit 6,5 kg. Gebremst wurde die Erholung der Putenfleischnachfrage durch das relativ hohe Preisniveau. Speziell frische Putenschnitzel wurden seit Mitte 2007 den Verbrauchern teurer angeboten als Konkurrenzprodukte aus Schweine- oder Hähnchenfleisch.
Die deutsche Nettoerzeugung von Entenfleisch wurde im vergangenen Jahr gemessen an der Menge von 2006 um fast 17 Prozent auf 53 000 t ausgeweitet. Noch nie wurde in Deutschland so viel Entenfleisch produziert wie im Jahr 2007. Unter Berücksichtigung der Verschiebungen beim Außenhandel errechnet sich nach Darstellung der Bonner Marktbeobachter gleichzeitig eine Zunahme des gesamten Verbrauchs um mehr als 14 Prozent auf annähernd 79 000 t; jeder Bundesbürger verzehrte damit im vergangenen Jahr durchschnittlich ein Kilogramm Entenfleisch. (LPD 29/2008)
Donnerstag, 24. Juli 2008
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