Getreidemarkt noch mit vielen Unsicherheiten behaftet



L P D - Niedersachsens Ackerbauern haben die Getreideernte begonnen und regional bisher sehr unterschiedliche Erträge erzielt. Die Beurteilung der Landwirte reiche von katastrophal bis recht gut, fasste Landvolkpräsident Werner Hilse die ersten Ergebnisse vor Journalisten in Hannover zusammen. Er wies weiter darauf hin, dass die Einstandspreise für Wintergerste mit 165 bis 185 Euro je Tonne um 10 bis 15 Euro höher lägen als im Vorjahr. Eine gewisse Dynamik erwartet das Landvolk durch die weltweit deutlich geringeren Ernteerwartungen für Mais, damit dürfte im Vergleich zum Vorjahr wieder erheblich mehr Getreide in die Futtertröge fließen. Aber auch durch Währungsverschiebungen, steigende Energiepreise sowie den wie in jedem Jahr immer wieder unvorhersehbaren Verlauf der Witterung könnten die Preise noch weiter in Bewegung kommen. „Der Einfluss des Weltmarktes hat unsere Ackerbauern im vergangenen Jahr positiv überrascht, wir sind jetzt gespannt, was uns die nächsten Monate bringen werden“, sagte Hilse. Die Ernteschätzungen und die mittlerweile sehr enge Verknüpfung der hiesigen Getreideerzeugung mit internationalen Warenströmen veranlasse Händler, Verarbeiter und auch Landwirte zu vorsichtigen Dispositionen beim Kauf wie auch Verkauf der neuen Ernte, fuhr er fort. Insbesondere die Landwirte möchten wegen der immens gestiegenen Kosten zum derzeitigen Preisniveau noch nicht verkaufen. Da aber die Lagerbestände weltweit nahezu geräumt seien, könnte sich zumindest nach Abbau des ersten Erntedrucks eine Marktentlastung und damit ein Preisspielraum nach oben eröffnen, gab sich Hilse optimistisch. Er riet den Landwirten, sich intensiv mit den Bewegungen an den Märkten auseinander zu setzen und steigende Preise zum richtigen Zeitpunkt auszunutzen.

Auf der Getreiderundfahrt des Verbandes wurde im Raum Hoya im Landkreis Nienburg deutlich, dass sich die Landwirte heute sehr intensiv mit den Vermarktungschancen beschäftigen. So waren sicherlich die Landwirte im östlichen Niedersachsen gut beraten, die bereits im Winter Vorverträge zu einem Preis von 215 Euro je Tonne für Weizen der neuen Ernte abgeschlossen haben. Und wenngleich der Energiesektor bislang nur einen verschwindend geringen Anteil an der niedersächsischen Ackerfläche hat, so weisen die Getreideproduzenten doch mit Recht auf den hohen energetischen Wert ihres Weizens hin. „Aus diesem Blickwinkel betrachtet müsste der Weizen doppelt so teuer sein, wie er aktuell bezahlt wird - diese Schieflage wollen die Getreidebauern nicht länger hinnehmen“, gab Hilse die Stimmung an der Basis wider. (LPD 27/2008)




Donnerstag, 10. Juli 2008

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