3 Fragen an Johann Hinrich Knabbe
3 Fragen an Johann Hinrich Knabbe, Landvolkvorsitzender im Landkreis Stade und als Nachbar der Metropolregion Hamburg von zahlreichen Planungsmaßnahmen betroffen.
Warum kneifen große Planungsvorhaben wie die A 22 oder A 26 die Landwirte in ihrer Region so heftig? Bei der Umsetzung dieser großen Bauvorhaben stehen die landwirtschaftlichen Belange immer an letzter Stelle. Für die Planungsvorhaben selbst bringen die Bauern durchaus Verständnis auf, für die Eingriffsregelung nach dem Naturschutzgesetz und den weiteren Bedarf an Kompensationsflächen – auf bestem Ackerland! – ist uns dieses Verständnis verloren gegangen. Unser schlechtestes Beispiel ist die Kompensation des Mühlenberger Lochs (Airbusgelände) auf Hannoversand – die Löffelente hat die Umleitung immer noch nicht ganz begriffen…
Um welche Größenordnungen geht es bei den Planungen in Ihrer Region? Für die im Bau befindliche A 26 fordert die Trasse 200 ha, weitere 650 ha verschlingt die Kompensation, weitere 80 ha sind zwischen dem geplanten Elbtunnel und der Stadt Stade für die Trasse notwendig, hinzu kommen 200 ha für die Kompensation. Dann ist die Erweiterung des Bützflether Hafens vorgesehen, hierfür werden 140 ha plus 200 ha Kompensation prognostiziert. Und das sind noch nicht alle Planungen, für die A 22 kann man jetzt schon den Bedarf von mindestens 300 ha für Trasse und Kompensation aus den Planungsunterlagen herauslesen. Dies alles kann sich nicht mehr unter dem Deckmantel der Sozialpflichtigkeit befinden, meinen wir Landwirte. Im gesamten Landkreis geht es immerhin um eine Fläche von mehr als 2.000 ha, darauf können rund 40 Höfe wirtschaften!
Mit welchen Argumenten werben Sie für eine Trendumkehr beim Flächenverbrauch? Ich bin auch Steuerbürger und möchte bei den Haushaltsproblemen in Kommunen und Ländern Bildung und Konsolidierung an erster Stelle wissen. Der Naturschutz muss sich an der Dynamik der Natur orientieren und Veränderungen einkalkulieren. Wir Landwirte leben mit der Natur und bieten uns im Rahmen des Vertragsnaturschutzes als Partner an. Br
Mittwoch, 9. Juli 2008
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