Positionen Köhlers zu Agrarthemen
Bundespräsident Horst Köhler hat angesichts der weltweiten Nahrungskrise eine Kappung der Exportbeihilfen für Lebensmittel gefordert. «Die Hungerrevolten sollten Anlass sein, über einen klaren Schnitt bei den Exportsubventionen für europäische und amerikanische Agrarprodukte nachzudenken», sagte er dem Magazin «Stern». Die Exporthilfen für Agrarprodukte in Europa und den USA erschwerten die Lage in den armen Ländern. Köhler warnte auch vor Risiken für ärmere Länder durch den Anbau von Biosprit-Pflanzen. Köhler warnte in dem Interview auch vor Gefahren beim Anbau von Energiepflanzen. «Wir dürfen nicht durch übermäßigen Spritbedarf dazu beitragen, dass weiter tropische Regenwälder abgeholzt werden oder großflächige Monokulturen entstehen», sagte der Bundespräsident. Alternativ müsse die Forschung der Produktion von Biosprit aus Abfallstoffen den Weg bereiten. Zur grünen Gentechnik bemerkte das Staatsoberhaupt, dieser Form des technischen Fortschritts müsse sich die Gesellschaft stellen. Der Deutsche Bauernverband bezeichnet die Agrar-Exportsubventionen der Europäischen Union (EU) als Auslaufmodell, da sie bis 2013 auf Null sinken sollen. . Bauernpräsident Gerd Sonnleitner sieht daneben Biotreibstoffe nicht als Ursache für hohe Lebensmittelpreise.
Donnerstag, 15. Mai 2008
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