Bauern empört über Preissenkungen für Milch
L P D - „Die Verbraucher gewinnen einige wenige Cent, unsere Landwirte aber geraten durch die Preissenkungen in echte Existenznot“, kommentiert Landvolkpräsident Werner Hilse den aktuellen Preisrutsch für Milch und Milchprodukte durch maßgebliche Discountketten im Lebensmitteleinzelhandel. Eine Ersparnis von 12 Cent je Literpackung Trinkmilch beispielsweise bringt einem Vier-Personen-Haushalt bei einem Verbrauch von einem Liter je Tag im Jahresablauf gerade einmal eine Ersparnis von knapp 50 Euro. Die niedersächsischen Milchbauern dagegen erhalten schon jetzt wieder deutlich niedrigere Auszahlungspreise von ihren Molkereien, während auf der anderen Seite ihre Kosten erheblich gestiegen sind. „Die Produktionskosten sind gegenüber dem Vorjahr um sechs bis acht Cent je Liter angezogen“, verdeutlichte Hilse. Und die Milchgeldabrechnungen der Landwirte liegen aktuell gegenüber der Preisspitze im November schon wieder um fast zehn Cent niedriger je Liter. Aldi, Lidl und Co. jubeln über gefallene Beschaffungspreise, die Bauern dagegen ächzen unter den Preisen für Energie, Futtermittel und Löhne. Das hohe Qualitätsversprechen der Discounter kann nach Einschätzung Hilses nicht auf Dumpingpreisen basieren, sondern nur auf einer fairen Partnerschaft. Nach Berechnungen des Deutschen Bauernverbandes verursacht allein die aktuelle Preissenkung für Trinkmilch jedem deutschen Milchviehhalter im Durchschnitt eine Einkommenseinbuße von cirka 7.500 Euro im Jahr. „Unsere Milchviehhalter haben über Jahre mit rückläufigen Einkommen auskommen müssen und nur für eine kurze Zeit kostendeckende Preise erhalten. Die erneute Preissenkungspolitik der Discounter geht jetzt hart an die Substanz“, warnte Hilse. Aldi und Lidl werben mit dem Versprechen “Auf uns ist Verlass“, die Bauern aber fühlen sich von den Discountern verlassen!
Montag, 21. April 2008
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