Fallende Preistendenz für Agrarland



L P D - Für einen Hektar (ha) landwirtschaftlicher Nutzfläche mussten Bauern beim Kauf im vergangenen Jahr durchschnittlich 8.692 Euro hinblättern. Somit ist Agrarland in den vergangenen Jahren deutlich billiger geworden, die Kaufwerte sind den sinkenden Produkterlösen pro ha gefolgt. Vor zehn Jahren kostete ein ha Agrarland im Bundesmittel noch 10.394 Euro. Bis zum Jahr 2001 waren die Kaufwerte dann um fast einen Tausender gesunken, der ha musste noch mit 9.427 Euro bezahlt werden. Bis 2003 sanken die Preise weiter auf 9.184 Euro pro ha und gaben nach kurzem Wiederanstieg in 2004 auf 9.233 Euro im vergangenen Jahr weiter nach. Das war innerhalb eines Jahres ein Minus von 5,9 Prozent. Beim Landkauf rechnen die Bauern offensichtlich in Anbetracht der seit den 90-er Jahren gesunkenen Erlöse stärker nach. Zugleich wechselten gegenüber 2004 etwas mehr Flächen den Besitzer. Im vergangenen Jahr wurden 96.705 ha verkauft gegenüber 94.415 ha im Jahr 2004.

Große Unterschiede gab es bei den Kaufwerten zwischen den alten und den neuen Bundesländern. Im alten Bundesgebiet waren landwirtschaftliche Flächen nach wie vor erheblich teurer als in den neuen Ländern. Während dort die Kaufpreise von Anfang an nahe am Ertragswert der Flächen orientiert waren, herrscht in den alten Bundesländern weiterhin sehr starker Wettbewerb der im Verhältnis zu den neuen Ländern wesentlich kleineren, aber wachstumswilligen Betriebe um die knappen Flächen. So mussten in den alten Bundesländern im vergangenen Jahr 15.825 Euro pro ha hingeblättert werden, das war gegenüber 2004 ein Preisrückgang um 1,3 Prozent. In den neuen Bundesländern waren die Flächen mit durchschnittlich 3.964 Euro zwar wesentlich billiger, allerdings bewegten sich hier die Kaufwerte gegenüber 2004 leicht um 0,5 Prozent nach oben. Zudem wechselten hier mit 58.157 ha mehr Flächen den Besitzer als in den alten Bundesländern mit 38.549 ha.

Am teuersten war Agrarland in Nordrhein-Westfalen mit 25.869 Euro, dort hielt vor allem die Veredelungswirtschaft den Preis hoch. Auch die bayerischen Bauern waren bereit, mit 22.326 Euro hohe Kaufpreise zu bezahlen, gefolgt von den Baden-Württembergischen mit 18.930 Euro. Recht teuer war Agrarland ebenso in Niedersachsen mit 13.236 Euro. Dagegen mussten im teuersten neuen Bundesland Sachsen-Anhalt lediglich 5.345 Euro bezahlt werden, und am billigsten waren die Flächen in Brandenburg mit nur 2.585 Euro. (LPD 48/2006)

 



Mittwoch, 6. Dezember 2006

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